Die Kunst weiß es schon lange: Kein Bild ohne den Betrachter. – Was für die Kunst gilt, gilt für alle Lebensfelder: Das Wahrzunehmende ruft die Wahrnehmenden.
Sinnliches und Geistiges kommt mit der Teilnahme des Menschen zur Erscheinung. Diesen Erscheinungen wiederum liegt keine atomistisch vorgestellte Materie zugrunde, sondern die Kreativität geistiger Wesen (in der Sprache der Kirchentradition: die Engelswesen der himmlischen Hierarchien).
Was der Mensch angesichts der Wahrnehmung sinnlicher Erscheinungen in seinem Inneren, in Denken, Fühlen und Wollen, erlebt, erzählt vom Wesensgehalt, vom Inneren der Welt.
Diese wenigen Sätze skizzieren den Kern der Philosophie bzw. der phänomenologisch-ästhetischen Praxis von sehenundschauen. Sie sind sowohl Leitlinie als auch Einladung: Leitlinie, insofern sie vom anzustrebenden Ziel berichten; Einladung, sich täglich daran zu freuen, die Welt wahrzunehmen und zu erforschen. Wegweisend anregend für sehenundschauen sind: Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), Rudolf Steiner (1861–1925) sowie deren nachfolgende Forschungsgemeinschaft sogenannter Goetheanisten.
Hier eine Liste mit einer Auswahl goethanistischer Literatur zum downloaden.