Grüne Schlange

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Die grüne Schlange ist eine Gestalt aus Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie und repräsentiert zunächst die tief unbewussten Seelenkräfte. Was in den beiden Irrlichtern  an abstrakter Verstandeserkenntnis lebt, wird von der grünen Schlange zum lebendigen Weisheitslicht verwandelt, das die geistige Welt zu erleuchten vermag.
«Die Schlange ist immer das Symbol gewesen für das Selbst, das nicht in sich bleibt, sondern in Selbstlosigkeit das Göttliche in sich aufnehmen kann, sich hinopfern kann; das demütig, selbstlos Erdenweisheit sammelt, indem es in den ‹Klüften der Erde› umherkriecht, das hinaufsteigt zum Göttlichen, indem es nicht den Egoismus und die Eitelkeit entfaltet, sondern indem es sich selbst dem Göttlichen ähnlich zu machen sucht. Die Schlange in ihrem selbstlosen Streben nimmt das Gold der Weisheit auf, sie durchdringt sich ganz mit dem Gold und dadurch wird sie leuchtend von innen heraus. Sie wird leuchtend, wie das Selbst es wird, wenn es zu der Stufe der Inspiration sich emporgearbeitet hat, wo der Mensch innerlich leuchtend, lichtvoll geworden ist und Licht dem Licht entgegenströmt».
(Rudolf Steiner in GA 53, S. 342)

Schließlich wird die Schlange zu einer Brücke zwischen der irdischen und der geistigen Welt. Und «bis auf den heutigen Tag wimmelt die Brücke von Wanderern, und der Tempel (zu dem die Brücke führt, der umgewandelte unterirdische Tempel, der nun in der Geistwelt steht) ist der besuchteste auf der ganzen Erde», so Goethe am Ende des Märchens.

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Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt