Beatus im Thunersee

Eine Gruppe von insgesamt 24 Menschen ist für ein langes Wochenende auf den Spuren des keltischen Christentums an, um und über dem Thunersee unterwegs gewesen. Eine Forschungsfrage war z.B.: War Beatus (der Apostel der Schweizer) ein Iro-Schotte? Jakob Streit beschreibt ihn als solchen in seinen Heiligenlegenden. Die Historiker kennen zwei Beatus – einen, aus einer Chronik bezeugter, der wohl schon 112 nach Christus gestorben sein soll, also eher ein Urchrist; der andere, Abt Beatus von Honau. Honau war ein überregionales Iro-Schotten Kloster/Zentrum am Rhein nahe Strasburg. Von hier aus missionierten unzählige Mönche (Druiden-Mönche) Richtung Westen im 6. und 7. Jahrhundert.

Wie dem auch sei, wir erlebten an der Ermitage des Beatus (am Eingang zur Beatushöhle) eine starke Präsenz, wie wir sie ähnlich, nah verwandt, von vielen Iro-Schotten Orten her kennen: Iona, Luxeuil, Bobbio u.va.m. Eine warme, liebevolle, befriedend-friedliche Stimmung der Herzensfrömmigkeit, angeschlossen an hohe Geistigkeit und Naturliebe. So auch etwa auf der, der Beatushöhle gegenüber liegenden Seeseite, in Faulensee. Dort soll eine Kolumban-Kapelle gestanden haben. Der Ort ließ sich identifizieren. Von hier aus erlebten einige Teilnehmende eine Liebes-Kraft, einen Christusblick der von dort aus in die ganze Schweiz ausstrahlt. Die Legende sagt von Beatus, er habe einen Drachen aus der Höhle vertrieben, der sich in den See gestürzt habe. Wir empfanden in diesem Bild viel Stimmiges, aber deuteten es so: Beatus, als Keltischer Christ, hat mit seinem  liebevollen Blick die noch nicht durchchristete Natur (auch das wilde in der Seele) durchliebt und dadurch verwandelt und ergoss sich mit seinem Wesen über den Thunersee – verband sich und seine Weltanschauung mit ihm, sodass heute noch dieser schöne Glanz, das „Gold“, der Schatz des Drachens, der laut Legende im See liegen soll, ausstrahlt, weit über den See hinaus.

Wir besuchten auch einige der zwölf „1000-jährigen Kirchen“ rund um den Thunersee und erlebten in einigen davon auch Iro-Schotten-Substanz, denn viele dieser Kirchen sind älter als 1000 Jahre, sind oft errichtet auf Keltischen Kultplätzen mit Kirchenfundamenten aus dem 7./8. Jahrhundert (Iro-Schotten-Zeit).

Ein ganzer Tag war dem «Gottesfreund vom Oberland», eine Inkarnation des «Meister Jesus» gewidmet. Mit relativ hoher Sicherheit (in aller Vorläufigkeit) können wir sagen, dass wir den Ort, wo er in den Bergen mit seiner kleinen Bruderschaft lebte, die Brüderenalp nähe Entlebuch, gefunden haben. Eine Entdeckung! Der Ort war vorher nicht bekannt. Hier war eine ergreifende Stimmung von brüderlicher, kristallklarer astraler Liebe zur Sinneswelt und den Mitmenschen erlebbar. Interessanterweise recht lokal beschränkt auf einen ca. 100 Meter Umkreis über Bauernhaus, Ställen und Kapelle (wie eine sehr hohe Käseglocke).

Dies nur als kleinen Bericht über das, was stattfand. Es gab ergreifende und tiefe Erlebnisse, beglückende und erschreckende. Insgesamt war zu spüren, dass diese Arbeit (es ist das dritte Mal in Folge zum Thema der Iro-Schotten) an Qualität, Intensität und der Menge an Früchten, die solch eine Treffen bringen kann, enorm gewachsen ist. Bis hin zu Karmaerkenntnis. Das Beschäftigen mit den großen Geistesströmungen (Meistern und Menschheitsführern) lässt, wie als Nebeneffekt das Karma des Einzelnen, seine geistige Herkunft «sehen». So erging es mir eines Abends, dass ich in einer Reihe von Teilnehmern die indianische Inkarnation schauen durfte, nicht spektakulär, aber so, als ob der «Indianer» wie durch das Gesicht durchschien. Nebst dem «normalen» Gesicht, leuchtete etwas mit auf.

Ich empfinde dies als Ergebnis des gemeinsamen Übens und auch opfervollen Forschens dieser wunderbaren Menschengruppe, die jetzt wieder zusammentraf (nebst wechselnden Teilnehmend sind doch viele dabei die drei Mal, oder zumindest zwei Mal dabei gewesen  sind oder in anderen Zusammenhängen – bei Anblick-Seminaren oder etwa mit Dirk Kruse – immer wieder dabei sind). DANKE!

Renatus

Bild von Johannes Marhenke: Eiger, Mönch und Jungfrau in den Wolken.

PS: Die Fortsetzung findet wieder am Wochenende nach Ostern statt. 2020 ist das: Mittwoch 15. bis Sonntag 20. April.

Wir werden uns  um die Iro-Schotten in Herzen Deutschlands „kümmern“, in Nord-Hessen. Vom Keltenfürst der Glauburg (nordöstlich von Frankfurt) über die ausgegrabene Iro-Schotten-Kirche (Wüstung Hause, nähe Lich), der Amöneburg, Brüder-Grimm Märchenwäldern bis Fritzlar (und Büraberg) bis nach Fulda. Diese Warhnehmungs-Exkursion wird auch Heilungsarbeit sein, denn hier wird es vor allem um eine Aufarbreitung der wenig beleuchteten Geschichte zwischen den Iro-Schotten und dem römischen Christentum (am Beispiel Bonifazius) gehen. Hierzu siehe auch: www.beetroot.family/info/celtic-christianity-and-boniface